Zerstörte kommunale Demokratie in Tübingen 1933

Zerstörte kommunale Demokratie in Tübingen 1933
Zerstörte kommunale Demokratie in Tübingen 1933 Hissung der Hakenkreuzfahne am Tübinger Rathaus am 9. März 1933.

Stadtarchiv Tübingen / Foto: Hugo Kocher

Veranstaltungsdetails

  • Wann ‏ : ‎ 15. März 2023 | 19:00 Uhr
  • Veranstaltungsort ‏ : ‎ Rathaussaal im Rathaus Tübingen
  • Adresse ‏ : ‎ Marktplatz 1, 72070 Tübingen

Der demokratisch gewählte Tübinger Gemeinderat wurde Ende März 1933 nach den überdurchschnittlich hohen Tübinger Wahlergebnissen für die NSDAP aufgelöst und gleichgeschaltet. Zuvor wurde bereits der einzige kommunistische Stadtrat Hugo Benzinger verfolgt und der jüdische linksliberale Fraktionsvorsitzende Simon Hayum verlor sein Amt. Im Zuge der Nazifizierung des Gemeinderats mussten bis März 1934 insgesamt 22 Stadträtinnen und Stadträte ausscheiden. Der einst liberale Oberbürgermeister Adolf Scheef arrangierte sich mit den Nationalsozialisten und blieb im Gegensatz zu zahlreichen Stadtoberhäuptern in Württemberg bis zu seiner Pensionierung 1939 im Amt. Die nationalsozialistische Beseitigung des Parteiensystems, der freien Presse, des demokratischen Rechtsstaates sowie die Unterdrückung und Ausgrenzung der politischen Gegner und Juden setzten ab Frühjahr 1933 ein. Doch in zahlreichen Fällen bedurfte es gar keines Drucks der Nationalsozialisten, sondern die Institutionen und Vereine vollzogen ihre Selbstgleichschaltung.

Ein Vortrag von Dr. Martin Ulmer im Rahmen der Reihe "2023: Vor 90 Jahren Machtübernahme der Nationalsozialisten in Tübingen".

Der Vortrag wird auch im Livestream auf dem Youtube-Kanal der Universitätsstadt Tübingen übertragen und aufgezeichnet.