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Dokumentation

Arbeitskreis Familie Hirsch

Der Arbeitskreis (AK) Hirsch wurde im Frühjahr 2018 gegründet und beschäftigt sich mit der Geschichte der Familie Hirsch, die noch ungenügend erforscht ist.

Die Familie Hirsch lebte von 1850 bis 1938 über drei Generationen in Tübingen, so lange wie sonst keine jüdische Familie. Leopold Hirsch (1807-1875) aus Wankheim war der erste Jude, der sich 1850 im Zuge der Judenemanzipation im 19. Jahrhundert das Tübinger Bürgerrecht erstritt, das heißt das Recht, sich dort niederzulassen und ein Geschäft zu gründen. Dieser Laden für Herrenbekleidung in der Kronenstraße 6 bestand bis 1938 und musste dann unter Druck der Nationalsozialisten zwangsverkauft werden. Die Familie Hirsch wurde zur Flucht gezwungen und hatließ sich in Johannesburg in Südafrika nieder. Ein Sohn von Leopold Hirsch, Robert Hirsch (1857-1939), war Rechtsanwalt in Ulm und verfasste in den 1930er Jahren eine Autobiografie, die Schwerpunkt einer Publikation zur Familie Hirsch werden soll, welche der AK in Kooperation mit Prof. Dr. Wilfried Setzler herausbringen möchte.

Das Herrenbekleidungsgeschäft Leopold Hirsch in der Kronenstraße 6 in Tübingen, 1920er Jahre.

Foto: Eugen Rühle, Stadtarchiv Tübingen

Temporäre Stele des Geschichtspfads zum Nationalsozialismus vor der Kronenstraße 6.

Foto: Geschichtswerkstatt Tübingen e.V.

Im Oktober 2018 wurde vor dem Haus Kronenstraße 6 eine temporäre Stele des Tübinger Geschichtspfad zum Nationalsozialismus aufgestellt. Mitglieder der Geschichtswerkstatt Tübingen stellten außerdem in einer szenischen Lesung die Geschichte der Familie Hirsch dar.

Martin und Ari Silbermann am Grab ihres Vorfahren Leopold Hirsch (1807-1875) auf dem jüdischen Friedhof von Wankheim.

Foto: Geschichtswerkstatt Tübingen e.V.

2019 lud die Fachabteilung Kunst, Kultur und internationale Beziehungen der Universitätsstadt Tübingen in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Tübingen, speziell dem AK Hirsch, Martin und Ari Silbermann, die Enkel und Urenkel von Leopold Hirsch (1876-1966), zu einem Besuch in Tübingen ein. Mit beiden wurden ausführliche Videointerviews aufgenommen. Ari Silbermann ist Rabbiner und hielt bei der Gedenkfeier am November 2019 am Denkmal Synagogenplatz eine beeindruckende Rede.

Eine anvisierte Reise nach Johannesburg, um die Familiendokumente der Cousine Martin Silbermanns zu sichten, war bisher noch nicht möglich.

Mitglieder AK zur Familie Hirsch sind: Ulrike Baumgärtner, Monika Schober, Martin Ulmer. Benedict von Bremen unterstützt einzelne Aktivitäten.

Im Juli 2020 wurden für die Familie Hirsch Stolpersteine in der Kronenstraße 6 verlegt.

Foto: Benedict von Bremen

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