Öffentliche Stadtführung: Auf den Spuren der Tübinger Jüdinnen und Juden

Öffentliche Stadtführung: Auf den Spuren der Tübinger Jüdinnen und Juden
Öffentliche Stadtführung: Auf den Spuren der Tübinger Jüdinnen und Juden

Veranstaltungsdetails

  • Wann ‏ : ‎ 05.-15. November 2026 - 14:00 Uhr
  • Veranstaltungsort ‏ : ‎ Treffpunkt: Denkmal Synagogenplatz, Gartenstraße 33

Im Mittelpunkt der Tübinger Gemeinde stand die 1882 errichtete Synagoge in der Gartenstraße 33 (heute beim Denkmal Synagogenplatz). 1850 hatte Leopold Hirsch das Bürgerrecht gegen den Tübinger Gemeinderat erstritten. Die zu Anfang des 20. Jahrhunderts rund 100 Tübinger Mitglieder sowie 40 aus Reutlingen zählende Gemeinde war überwiegend liberal und akkulturiert.

Die Jüdinnen und Juden gehörten zum mittleren und höheren Bürgertum und übten vorwiegend selbstständige Berufe aus. Sie waren Textilkaufleute, Viehhändler, Verleger, Rechtsanwälte, Ärzte und Bankiers. Der Geschäftswelt gaben sie durch moderne Firmenkonzepte wichtige Impulse. Sie engagierten sich in der Kommunalpolitik und in der Sozialfürsorge.

Nach dem Ersten Weltkrieg machte sich in akademischen Kreisen und in Teilen des Mittelstandes ein wachsender Antisemitismus breit. Im Nationalsozialismus ging die Ausgrenzung der Juden rasch voran: Zutrittsverbot zum Freibad im Mai 1933, Boykotte und Übergriffe auf Menschen jüdischer Herkunft. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 demolierten SA- und SS-Männer im Zuge des reichsweit angeordneten Pogroms das jüdische Gotteshaus und brannten es auf Befehl des NSDAP-Kreisleiters nieder. 23 Menschen aus Tübingen oder frühere Bürgerinnen und Bürger wurden 1941 und 1942 in die Todeslager deportiert, nur zwei Personen davon überlebten die Shoah.

An verschiedenen Stationen bei der Stadtführung werden Mitglieder der Geschichtswerkstatt an diese wechselvolle jüdische Geschichte in Tübingen erinnern.