Donnerstag, 1. Juli 2010, 20.00 Uhr
Dr. Ulrich Hägele, Kultur- und Medienwissenschaftler
Dienstag, 22. Juni 2010, 20.00 Uhr, Volkshochschule Tü, Katharinenstr. 18
In der unmittelbaren Nachkriegszeit zählte Kulturarbeit zu den dringenden Aufgaben der öffentlichen Hand. In Tübingen initiierte vor allem das Kunstdepartement der französischen Militärverwaltung bis Ende der vierziger Jahre zahlreiche Ausstellungen mit politisch-pädagogischen Zielen: Nach der Niederlage sollte das deutsche Publikum über die Präsentation von Kunst auf demokratische Bahnen gelenkt werden. Die Reaktionen der Tübinger waren ambivalent: Die alten Meister stießen auf uneingeschränkte Zustimmung, die im NS verfehmte Klassische Moderne wurde mitunter vehement abgelehnt. Der Vortrag des Tübinger Medienwissenschaftlers Ulrich Hägele wirft Schlaglichter auf die Tübinger Kunstpolitik der Zeit bis zur Währungsreform und analysiert die Rolle der französischen Besatzungsmacht in Verbindung zur verbliebenen oder neu eingesetzten Elite in der Stadtverwaltung und an der Universität. Zu Wort kommen die Zeitzeugen Martin Schmidt, Hedwig Rieth und Horst Guckes. Der Referent hat diese und einige andere Zeitzeugen in den vergangenen Jahren über die Nachwirkungen des NS in der Tübinger Kulturpolitik befragt.
s. Veranstaltungen
Patricia Gebhart, Historikerin
Dienstag, 25. Mai 2010, 20.00 Uhr, Veranstaltungsraum des Kulturamts, Nonnengasse 19
Mutiger Kritiker des Regimes oder stramm nationalsozialistischer Philosoph? Die Meinungen über Theodor Haering, Tübinger Ehrenbürger und Stifter des Haering-Hauses, gehen erstaunlich weit auseinander. Im Vortrag zeichnet die Historikerin Patricia Gebhart den Weg Haerings durch Diktatur und Demokratie nach. Der Vortrag sucht Antworten auf die Fragen, wie aus einem geistigen Komplizen des NS-Regimes binnen kurzem ein hoch dekorierter Bürger der BRD werden konnte und warum Tübingen so lange ein Bild des Ehrenbürgers konservierte, das die dunklen Seiten seiner Vita weitgehend aussparte.
s. Veranstaltungen
Philipp Reisinger, Lucius Teidelbaum
Dienstag, 27. April 2010, 20.00 Uhr, Volkshochschule Tü, Katharinenstr. 18
Der Tübinger Grabert-Verlag gehört zu den ältesten und bedeutendsten extrem rechten Verlagen der Bundesrepublik. Frühe Autoren des Grabert-Verlags hatten oft einen nationalsozialistischen Hintergrund, aktuelle Autoren wirken nicht selten als Ideologen oder Funktionäre extrem rechter Organisationen. Zu den Zielen des Hauses Grabert gehört, eine „revisionistische“ Geschichtsschreibung zu etablieren. Deutsche Kriegsschuld und Holocaust werden relativiert oder geleugnet. Es wird versucht, völkischen Konzepten und antisemitischen Ressentiments neue Geltung zu verschaffen.
Herbert Grabert, der Gründer des Verlags, war in den 20er und 30er Jahren u.a. im Kontext der „Deutschen Glaubensbewegung“ aktiv, die eine „dritte Konfession“ für das „dritte Reich“ propagierte, bevor er den Nationalsozialismus selbst als Glaubensinhalt erkannte.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die Entwicklung des Verlags und seine Vorgeschichte, die frühen Jahre der Bundesrepublik werden dabei im Zentrum stehen.
s. Veranstaltungen
Zur erstaunlichen und vertrauten Opfer-Darstellung in Tübinger Denkmälern
Oonagh Hayes, Historikerin
Dienstag, 23. März 2010, 20.00 Uhr Veranstaltungsraum des Kulturamts, Nonnengasse 19
s. Veranstaltungen
Das Schwäbische Tagblatt in der Nachkriegszeit
Dr. Hans Joachim Lang, Historiker, Redakteur des Schwäbischen Tagblatts
Dienstag, 9. März 2010, 20.00 Uhr Schwäbisches Tagblatt, Uhlandstraße 2
s. Veranstaltungen
Die Entnazifizierung der Universität Tübingen
Dr. Stefan Zauner, Historiker
Dienstag, 23. Februar 2010, 20.00 Uhr Veranstaltungsraum des Kulturamts, Nonnengasse 19
s. Veranstaltungen
Hans Gmelin und die Tübinger „Vergangenheitspolitik“ seit den 1950er Jahren
Referent Jens Rüggeberg
Dienstag, 26. Januar 2010, 20.00 Uhr im ehemaligen Kino Löwen gegenüber dem Stadtmuseum (abweichend von den bisherigen Ankündigungen)
Hans Gmelin, langjähriger Tübinger Oberbürgermeister und Ehrenbürger, hat Tübingen von Mitte der 1950er Jahre an geprägt. Und das nicht nur in städtebaulicher Hinsicht (WHO, großer Schloßbergtunnel), sondern auch und gerade wegen seiner „Vergangenheitspolitik“. Schon bei seiner Wahl 1954 wurde darüber diskutiert, wie er mit seiner Nazivergangenheit und der Tübingens umgehen würde. Der Referent Jens Rüggeberg wird darüber berichten, dabei neue Forschungsergebnisse präsentieren und so viel Stoff für weitere Diskussionen liefern.
s. Veranstaltungen
Wie sich Tübingen in den 50er und 60er Jahren an den Nationalsozialismus erinnerte
Martin Ulmer, Kulturwissenschaftler/Historiker
Dienstag, 24. November 2009, 20.00 Uhr Volkshochschule Tübingen, Katharinenstraße 18
s. Veranstaltungen
Ausstellung zu einem vergessenen Kapitel der Geschichte
27. Oktober bis 8. November 2009. Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 14 – 19 Uhr, Samstag und Sonntag: 11 – 20 Uhr
Shedhalle Tübingen, Schlachthausstr. 13, Tübingen
weitere Informationen
Entnazifizierung und Neuanfang in Tübingen in der Besatzungszeit
Dr. Hans-Otto Binder, Historiker
Dienstag, 27. Oktober 2009, 20.00 Uhr Veranstaltungsraum des Kulturamts, Nonnengasse 19
s. Veranstaltungen
Vom braunen Hemd zur weißen Weste?
Vom Umgang mit der Vergangenheit in Tübingen nach 1945
27.10.2009 bis 22.06.2010
s. Veranstaltungen
Oktober 2009:
Sammelwerk Stuttgarter NS-Täter. Vom Mitläufer bis zum Massenmörder erschienen.
für Schulen, Vereine, Firmen und Einzelpersonen