Die ehemalige Haigerlocher Synagoge erinnert mit ihrer Dauerausstellung an jüdisches Leben in Hohenzollern. Aus der ganzen Welt zusammengetragene Objekte sowie Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erzählen von jüdischen Schicksalen in Haigerloch, Hechingen und Dettensee. Über 600 Jahre lang lebten bis 1942 rund um das frühere Haigerlocher Gotteshaus jüdische Familien. Nach 1941 wurden Juden und Jüdinnen aus Württemberg, auch aus Tübingen, nach Haigerloch umgesiedelt, bevor sie in Konzentrationslager deportiert wurden. Unsere Spurensuche in Haigerloch beginnt mit der Besteigung des Römerturms und dem Blick auf die ungewöhnliche Lage der Stadt. Nach einem Rundgang durchs Haagviertel besuchen wir die Ausstellung in der ehemaligen Synagoge. Den Abschluss bildet ein Gang auf den nahe gelegenen jüdischen Friedhof.
Infos und Anmeldung:
Margarete Kollmar / BAF e.V. – Bildungszentrum und Archiv zur Frauengeschichte Baden-Württemberg Tel. (0 70 71) 7 43 83 / E-mail: margarete.kollmar[ät]web.de
Teilnehmerbeitrag: 12.– Euro / 10.– Euro (BAF-Mitfrauen)
Der Treffpunkt vor Ort wird bei der Anmeldung mitgeteilt.
Eine Veranstaltung von BAF e.V.
Der Vortrag von Dr. Benigna Schönhagen am Do, 12.05. um 20:15 Uhr in der vhs, wird die Rolle und Bedeutung Tübingens im Nationalsozialismus in den Blick nehmen…
Tübingen hat mit seinen Behörden, Gerichten und der Universität erheblich zum Funktionieren des totalitären Systems im Reich und im Land beigetragen.
Das Wissen darüber wurde in den letzten Jahren erweitert und vertieft.
An der Universität lehrten in verschiedenen Fakultäten überzeugte Nationalsozialisten und leisteten ihren Beitrag zur Ausformulierung der NS-Ideologie und zur Praxis des Nationalsozialismus.
Hier ausgebildete Studierende und Tübinger Bürger waren an der Bürokratie und Ausführung der Vernichtung beteiligt. Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter litten und starben hier. Politisch Mißliebige oder aus anderen Gründen Ausgegrenzte aus Tübingen wurden in Konzentrationslager gebracht.
Dagegen gab es nur wenig Widerstand.
Dr. Benigna Schönhagen, die die grundlegende Arbeit über Tübingen in der Zeit des Nationalsozialismus geschrieben hat, wird an diesem Abend über die Rolle und Bedeutung Tübingens im Nationalsozialismus berichten.
Eine gebührenfreie Veranstaltung im Saal der vhs, die in Zusammenarbeit mit dem Verein „Lern- und Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus e. V.“ stattfindet.
Hiermit laden wir Sie herzlich zu den folgenden Buchpräsentationsterminen ein:
Antijüdische Krawalle und Übergriffe, Diskriminierungen und antisemitisch gefärbte Medienberichte und Agitationen lassen sich in Stuttgart lange vor der NS-Machtübernahme nachweisen. An diese Strukturen konnten die Nationalsozialisten anknüpfen. In dieser Epochen übergreifenden Lokal- und Regionalstudie werden die Kontinuitäten und Zäsuren des Antisemitismus in öffentlichen Diskursen und in der Alltagswelt der württembergischen Landeshauptstadt mit ihrem dominanten nationalen Milieu beleuchtet. Die historisch-kulturwissenschaftliche Arbeit eröffnet auch einen neuen Blick auf die codierten und latenten Formen des Antisemitismus und auf die Bedeutung der Koexistenz von moderater und radikaler Judenfeindschaft in der politischen Kultur.
Rezension:
Thomas Faltin: Der Judenhass war in Stuttgart ganz normal, Stuttgarter Zeitung, 03.02.2011, S. 22
Ausstellung bis 30.01.2011, 16 Uhr, Volkshochschule Tübingen, Katharinenstr. 18
Der Tübinger 'Grabert-Verlagskomplex' gehört zu den ältesten und bedeutendsten extrem rechten Verlagshäusern der Bundesrepublik. Der ehemalige Universitäts-Dozent Dr. habil. Herbert Grabert und spätere Gründer des Grabert-Verlags war in den 1920er und 30er Jahren u.a. im Kontext einer „Deutschen Glaubensbewegung“ aktiv, die eine „Dritte Konfession“ für das „Dritte Reich“ propagierte, bevor er den Nationalsozialismus selbst als Glaubensinhalt erkannte. Er wirkte als nationalsozialistischer Religions- und Kulturwissenschaftler und Historiker. Wegen der von ihm vertretenen Auffassungen konnte er seine Universitätskarriere nach dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ nicht fortsetzen.
Frühe Autoren des Grabert-Verlags der 1950er Jahre hatten einen oft nationalsozialistischen oder völkischen Hintergrund. Aktuelle Autoren sind nicht selten als Ideologen, Politiker oder Funktionäre unterschiedlicher extrem rechter Organisationen oder Parteien aktiv.
Seit den 1960er Jahren arbeitet das Verlagshaus Grabert an einer Etablierung 'revisionistischer' Geschichtsverfälschung. Deutsche Kriegsschuld und Holocaust werden relativiert oder geleugnet. Verlag und Autoren versuchen, nationalistischem und völkisch-rassistischem Denken sowie antisemitischen Ressentiments neue Geltung zu verschaffen. Autoren der Grabert-Verlage leisteten unter anderem auch Beiträge zur Modernisierung rechtsradikaler ‚Weltanschauung‘.
Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Geschichte des Verlags. Eine kritische Präsentation exemplarischer Themenbereiche der von den Grabert-Verlagen publizierten Literatur soll die öffentliche Auseinandersetzung ermöglichen und unterstützen.
Die Ausstellung wurde von der Arbeitsgruppe „Zeitgeschichte und Rechtsradikalismus“ der Geschichtswerkstatt Tübingen e.V. erarbeitet. Für finanzielle Förderung dankt der Ausstellungs-Arbeitskreis der Amadeu Antonio Stiftung sowie der Kreisvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten Tübingen/Mössingen.
Weitere Informationen zum Thema Grabert-Verlage bzw. nationalistische und extreme Rechte
Veranstaltungsfaltblatt zum Download
Die Übernahme der historischen Verantwortung für den Nationalsozialismus gehört zum Grundkonsens der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Demokratie. Diese muss von der Gesellschaft immer wieder neu errungen und verteidigt werden. Dazu gehört auch in Zukunft die Erinnerung an die NS-Herrschaft und ihre Verbrechen. Daher sind ständig neue ihrer Zeit angemessene Konzepte der Vermittlung der NS-Zeit, ihrer Vorgeschichte und den Nachwirkungen zu erarbeiten. Mit dem langsamen Verschwinden der Generation der Zeitzeugen benötigt die politisch-didaktische Auseinandersetzung zwischen der Demokratie und ihren Feinden neue Formen und Einrichtungen. Deshalb müssen in das öffentliche Gedächtnis und Erinnern neben existierenden Gedenkstätten in Zukunft neue und innovative Lernzentren treten, die den heranwachsenden Generationen in ansprechender Weise eine Auseinandersetzung mit der Nazivergangenheit und den Bedrohungen der Demokratie und Freiheit durch rechtsextremes, nationalistisches, antisemitisches und rassistisches Gedankengut eröffnet.
Wir laden Sie herzlich ein zur Informationsveranstaltung am
Dienstag, 5. Oktober 2010, um 20 Uhr in der Mensa Uhlandstrasse in Tübingen.
Dr. Werner Jung, Direktor des NS-Dokumentationszentrum Köln, berichtet von seinen langjährigen Erfahrungen.
Außerdem geht es um die geplante Gründung eines Trägervereins für ein Lern- und Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus in Tübingen.
Die Gründungsversammlung des Trägervereins für ein Lern- und Dokumentationszentrum in Tübingen findet am Dienstag, 16. November 2010, um 20 Uhr im Gemeindehaus Lamm statt.
Wenn Sie das Lern- und Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus unterstützen wollen, freuen wir uns über Spenden (selbstverständlich gegen Spendenbescheinigung, bitte Adresse angeben).
Spendenkonto der Geschichtswerkstatt Tübingen e.V:
Kreissparkasse Tübingen
Konto-Nr.: 284 534; BLZ: 641 500 20
Stichwort: NS-Dokuzentrum
Mehr Infos gibt es hier:
Geschichtswerkstatt Tübingen e.V.
Lammstraße 10
72072 Tübingen
info[at]geschichtswerkstatt-tuebingen.de
http://www.geschichtswerkstatt-tuebingen.de
AK Moderne Tübinger Stadtgeschichte
c/o Dr. Hans-Otto Binder
Im Öschle 27
72070 Tübingen
hans-otto[at]onlinehome.de
Donnerstag, 1. Juli 2010, 20.00 Uhr
Dr. Ulrich Hägele, Kultur- und Medienwissenschaftler
Dienstag, 22. Juni 2010, 20.00 Uhr, Volkshochschule Tü, Katharinenstr. 18
In der unmittelbaren Nachkriegszeit zählte Kulturarbeit zu den dringenden Aufgaben der öffentlichen Hand. In Tübingen initiierte vor allem das Kunstdepartement der französischen Militärverwaltung bis Ende der vierziger Jahre zahlreiche Ausstellungen mit politisch-pädagogischen Zielen: Nach der Niederlage sollte das deutsche Publikum über die Präsentation von Kunst auf demokratische Bahnen gelenkt werden. Die Reaktionen der Tübinger waren ambivalent: Die alten Meister stießen auf uneingeschränkte Zustimmung, die im NS verfehmte Klassische Moderne wurde mitunter vehement abgelehnt. Der Vortrag des Tübinger Medienwissenschaftlers Ulrich Hägele wirft Schlaglichter auf die Tübinger Kunstpolitik der Zeit bis zur Währungsreform und analysiert die Rolle der französischen Besatzungsmacht in Verbindung zur verbliebenen oder neu eingesetzten Elite in der Stadtverwaltung und an der Universität. Zu Wort kommen die Zeitzeugen Martin Schmidt, Hedwig Rieth und Horst Guckes. Der Referent hat diese und einige andere Zeitzeugen in den vergangenen Jahren über die Nachwirkungen des NS in der Tübinger Kulturpolitik befragt.
s. Veranstaltungen
Patricia Gebhart, Historikerin
Dienstag, 25. Mai 2010, 20.00 Uhr, Veranstaltungsraum des Kulturamts, Nonnengasse 19
Mutiger Kritiker des Regimes oder stramm nationalsozialistischer Philosoph? Die Meinungen über Theodor Haering, Tübinger Ehrenbürger und Stifter des Haering-Hauses, gehen erstaunlich weit auseinander. Im Vortrag zeichnet die Historikerin Patricia Gebhart den Weg Haerings durch Diktatur und Demokratie nach. Der Vortrag sucht Antworten auf die Fragen, wie aus einem geistigen Komplizen des NS-Regimes binnen kurzem ein hoch dekorierter Bürger der BRD werden konnte und warum Tübingen so lange ein Bild des Ehrenbürgers konservierte, das die dunklen Seiten seiner Vita weitgehend aussparte.
s. Veranstaltungen
Philipp Reisinger, Lucius Teidelbaum
Dienstag, 27. April 2010, 20.00 Uhr, Volkshochschule Tü, Katharinenstr. 18
Der Tübinger Grabert-Verlag gehört zu den ältesten und bedeutendsten extrem rechten Verlagen der Bundesrepublik. Frühe Autoren des Grabert-Verlags hatten oft einen nationalsozialistischen Hintergrund, aktuelle Autoren wirken nicht selten als Ideologen oder Funktionäre extrem rechter Organisationen. Zu den Zielen des Hauses Grabert gehört, eine „revisionistische“ Geschichtsschreibung zu etablieren. Deutsche Kriegsschuld und Holocaust werden relativiert oder geleugnet. Es wird versucht, völkischen Konzepten und antisemitischen Ressentiments neue Geltung zu verschaffen.
Herbert Grabert, der Gründer des Verlags, war in den 20er und 30er Jahren u.a. im Kontext der „Deutschen Glaubensbewegung“ aktiv, die eine „dritte Konfession“ für das „dritte Reich“ propagierte, bevor er den Nationalsozialismus selbst als Glaubensinhalt erkannte.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die Entwicklung des Verlags und seine Vorgeschichte, die frühen Jahre der Bundesrepublik werden dabei im Zentrum stehen.
s. Veranstaltungen
Zur erstaunlichen und vertrauten Opfer-Darstellung in Tübinger Denkmälern
Oonagh Hayes, Historikerin
Dienstag, 23. März 2010, 20.00 Uhr Veranstaltungsraum des Kulturamts, Nonnengasse 19
s. Veranstaltungen
Das Schwäbische Tagblatt in der Nachkriegszeit
Dr. Hans Joachim Lang, Historiker, Redakteur des Schwäbischen Tagblatts
Dienstag, 9. März 2010, 20.00 Uhr Schwäbisches Tagblatt, Uhlandstraße 2
s. Veranstaltungen
Die Entnazifizierung der Universität Tübingen
Dr. Stefan Zauner, Historiker
Dienstag, 23. Februar 2010, 20.00 Uhr Veranstaltungsraum des Kulturamts, Nonnengasse 19
s. Veranstaltungen
Hans Gmelin und die Tübinger „Vergangenheitspolitik“ seit den 1950er Jahren
Referent Jens Rüggeberg
Dienstag, 26. Januar 2010, 20.00 Uhr im ehemaligen Kino Löwen gegenüber dem Stadtmuseum (abweichend von den bisherigen Ankündigungen)
Hans Gmelin, langjähriger Tübinger Oberbürgermeister und Ehrenbürger, hat Tübingen von Mitte der 1950er Jahre an geprägt. Und das nicht nur in städtebaulicher Hinsicht (WHO, großer Schloßbergtunnel), sondern auch und gerade wegen seiner „Vergangenheitspolitik“. Schon bei seiner Wahl 1954 wurde darüber diskutiert, wie er mit seiner Nazivergangenheit und der Tübingens umgehen würde. Der Referent Jens Rüggeberg wird darüber berichten, dabei neue Forschungsergebnisse präsentieren und so viel Stoff für weitere Diskussionen liefern.
s. Veranstaltungen
Wie sich Tübingen in den 50er und 60er Jahren an den Nationalsozialismus erinnerte
Martin Ulmer, Kulturwissenschaftler/Historiker
Dienstag, 24. November 2009, 20.00 Uhr Volkshochschule Tübingen, Katharinenstraße 18
s. Veranstaltungen
Ausstellung zu einem vergessenen Kapitel der Geschichte
27. Oktober bis 8. November 2009. Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 14 – 19 Uhr, Samstag und Sonntag: 11 – 20 Uhr
Shedhalle Tübingen, Schlachthausstr. 13, Tübingen
weitere Informationen
Entnazifizierung und Neuanfang in Tübingen in der Besatzungszeit
Dr. Hans-Otto Binder, Historiker
Dienstag, 27. Oktober 2009, 20.00 Uhr Veranstaltungsraum des Kulturamts, Nonnengasse 19
s. Veranstaltungen
Vom braunen Hemd zur weißen Weste?
Vom Umgang mit der Vergangenheit in Tübingen nach 1945
27.10.2009 bis 22.06.2010
s. Veranstaltungen
Oktober 2009:
Sammelwerk Stuttgarter NS-Täter. Vom Mitläufer bis zum Massenmörder erschienen.
für Schulen, Vereine, Firmen und Einzelpersonen