Der Synagogenplatz ist ein schmale, rund 2 Ar große Fläche, die östlich an das ehemalige Synagogengrundstück (Gartenstrasse 33) angrenzt.
Die Projektgruppe Denkmal Synagogenplatz hatte sich im Februar 1998 gegründet und besteht aus Vertreterinnen der Anwohner, der Kirchen und der Geschichtswerkstatt. Erklärtes Ziel war es, der Synagoge mit einem künstlerisch gestalteten Denkmal ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.
Außerdem hatte die Projektgruppe die Tübinger Bevölkerung aufgerufen, für die Finanzierung des Denkmals mit Spenden beizutragen; viele Spendenaktionen wie z.B. Benefizkonzerte wurden daraufhin durchgeführt.
Die Projektgruppe hatte einen künstlerischen Wettbewerb durchgeführt. Von einer unabhängigen Jury wurde der Entwurf des Bildhauers Carl Riel und des Architekten Jörg Weinbrenner von der Architektenwerkgemeinschaft Maier-Weinbrenner-Single in Nürtingen ausgewählt.
Von drei Seiten zwischen Häusern eingezwängt, nach Süden hin zur befahrenen Gartenstrasse offen, will das Denkmal zunächst beruhigen. Andererseits will es auch irritieren. In seiner schlichten, strengen Ästhetik konzentriert es und provoziert zugleich.
Eine neue Schicht des Gedenkens legt sich um eine ältere, weist die Betrachtenden nicht nur auf das Verbrechen hin, sondern auch auf den heutigen Umgang mit der Erinnerung. Der durch einen Stahlkubus umgebene Brunnen wird mit seinen Inschriften durch einhunderteins Öffnungen im Stahl sichtbar. Die dort entnommenen Stahlquadrate symbolisieren die vertriebenen und ermordeten Tübinger Juden. Ihrer wird auf Tafeln in der Rinne der Wasserwand gedacht. In der erhöhten Wasserrinne fließt das Brunnenwasser mit leichtem Gefälle auf eine hohe, aus zwei Stahlplatten gefügte Stele zu, den „Ort gegen das Vergessen“.
Texttafeln an der Stele informieren über die Geschichte der Gemeinde, die Zerstörung ihres Gotteshauses und ihre Vernichtung. Weitere Texttafeln dokumentieren den problematischen Umgang mit der Erinnerung an diesem Ort. Die Stele markiert zugleich den Auftakt zum geplanten Geschichtspfad „Spuren der Tübinger Juden“.
Das Denkmal wurde zum 9. November 2000 eingeweiht.